Kompressionsstrümpfe anziehen: Passform und Hautbeobachtung gehören zur Anleitung
Wie die Anwendung verordneter Kompressionsstrümpfe erklärt wird und welche Beschwerden eine rasche fachliche Rückmeldung erfordern.

Die Versorgung mit Kompressionsstrümpfen verbindet eine fachlich festgelegte Behandlung mit Anforderungen an die tägliche Handhabung. Für den Pflegebedürftigen kann insbesondere das An- und Ausziehen eine erhebliche Schwierigkeit darstellen. Eine Anleitung muss deshalb sowohl die verordnete Versorgung als auch die vorhandenen Fähigkeiten berücksichtigen. Die Auswahl eines geeigneten Strumpfes lässt sich nicht auf die Frage nach der Kleidergröße beschränken.
Die verordnete Versorgung als Ausgangspunkt
Vor der praktischen Übung werden Produkt, Größe und vereinbarte Trageweise geprüft. Unterschiedliche Versorgungen können mit unterschiedlichen Vorgaben verbunden sein. Medizinische Kompressionsstrümpfe dürfen daher nicht allein wegen ihres ähnlichen Aussehens mit Strümpfen für andere Zwecke gleichgesetzt werden.
Das Dorset County Hospital empfiehlt in seiner Patienteninformation zur Anwendung von Kompressionsversorgung eine praktische Einweisung beim Anpassen. Dabei wird auch auf Anziehhilfen hingewiesen. Der Strumpf muss gleichmäßig verteilt werden, sodass Falten und umgeschlagene Ränder vermieden werden. Diese Anforderungen sollten am tatsächlich verwendeten Produkt nachvollziehbar gezeigt werden.
Den Unterstützungsbedarf praktisch erfassen
Die Pflegekraft führt die geeignete Vorgehensweise vor und lässt den Pflegebedürftigen einzelne Abschnitte übernehmen. Hierbei wird erkennbar, ob Beweglichkeit, Kraft und Reichweite für die Handhabung ausreichen. Ist eine Anziehhilfe vorgesehen, gehört deren tatsächlicher Einsatz zur Übung. Eine Erklärung ohne praktische Erprobung lässt offen, ob das Hilfsmittel im Alltag genutzt werden kann.
In einem erfundenen Beispiel erreicht die Person zwar den Fuß, kann den Strumpf anschließend aber nicht gleichmäßig weiterführen. Die Anleitung sollte nun diesen Abschnitt mit dem vorgesehenen Hilfsmittel aufgreifen. Dass die Fachperson den Strumpf erfolgreich anzieht, lässt noch keinen Rückschluss auf eine selbstständige Anwendung zu.
Nach dem Anziehen wird der Sitz gemeinsam kontrolliert. Kräftiges Ziehen am oberen Rand ersetzt keine gleichmäßige Verteilung. Die Person sollte erkennen können, an welcher Stelle eine Falte oder eine ungünstige Lage entstanden ist. Eine genaue Beschreibung der Schwierigkeit hilft bei der weiteren Prüfung von Handhabung, Hilfsmittel und Passform. Eigenmächtiges Kürzen, Umnähen oder eine andere Verwendung des Produkts stellt hierfür keine geeignete Lösung dar.
Beschwerden ernst nehmen und weitergeben
Neu auftretende Schmerzen, Taubheitsgefühl, Kribbeln sowie auffällige Veränderungen von Farbe oder Temperatur müssen beachtet werden. Die genannten NHS-Informationen empfehlen bei solchen Veränderungen, die Versorgung zu entfernen und umgehend fachlichen Rat einzuholen. Auch die Anleitung des Kent Community Health NHS Foundation Trust unterstreicht die regelmäßige Hautkontrolle.
Bei ausgeprägten oder akuten Durchblutungszeichen ist eine dringende medizinische Beurteilung erforderlich. Ob und wie die Kompression weiter angewendet werden kann, muss anschließend geklärt werden. Der Beitrag begründet keine Empfehlung, eine Kompressionsbehandlung ohne vorherige fachliche Prüfung neu zu beginnen.
Hilfe für den gesamten Tagesablauf vereinbaren
Im Rahmen der Planung ist das Ausziehen ebenso zu berücksichtigen wie das Anziehen. Wer morgens Unterstützung benötigt, kann auch am Abend oder bei neu auftretenden Beschwerden auf Hilfe angewiesen sein. Deshalb sollten beide Abläufe praktisch angesehen und erreichbare Ansprechpartner benannt werden.
Ergänzend werden Reinigung, Trocknung und der vereinbarte Wechsel nach den Angaben des Herstellers besprochen. Ersatz und Unterstützung müssen zu den tatsächlich benötigten Zeiten verfügbar sein. Zum Abschluss kann die Person zeigen, wie die Handhabung gelingt, woran sie einen geeigneten Sitz erkennt und bei welchen Problemen sie Hilfe benötigt. Auf diese Weise wird die Anleitung mit den konkreten Bedingungen zu Hause verbunden.
Quellen dieses Beitrags
- Patienteninformation zur Anwendung von Kompressionsversorgung (Recherchestand: 25.09.2026)
- Anleitung des Kent Community Health NHS Foundation Trust (Recherchestand: 25.09.2026)