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FHIR verständlich erklärt: Damit Gesundheitsdaten ihre Bedeutung behalten

FHIR unterstützt den strukturierten Austausch von Gesundheitsinformationen. Warum Schnittstellen auch fachlich und im Alltag geprüft werden müssen.

Wenn Gesundheitsdaten zwischen Anwendungen übertragen werden, scheint zunächst entscheidend, dass sie beim Empfänger ankommen. Im pflegerischen Alltag genügt dies jedoch nicht. Ein Laborwert ohne Einheit oder ein Datum ohne erkennbare Bedeutung kann Missverständnisse verursachen. Die Information muss daher nicht nur technisch übermittelt werden, sondern auch in ihrem ursprünglichen Zusammenhang verständlich bleiben.

Gemeinsame Strukturen für den Austausch nutzen

FHIR steht für „Fast Healthcare Interoperability Resources“. HL7 beschreibt FHIR als Standard für den elektronischen Austausch von Gesundheitsinformationen. Hierfür werden strukturierte Bausteine verwendet, die sogenannten Ressourcen. Sie können beispielsweise Personen, Beobachtungen oder Medikationsinformationen abbilden. Gemeinsame Strukturen erleichtern es, solche Angaben zwischen unterschiedlichen Anwendungen auszutauschen.

Damit die Informationen tatsächlich nutzbar werden, müssen die beteiligten Systeme die relevanten Angaben passend verwenden. Begriffe, Einheiten und konkrete Anwendungsregeln müssen ebenfalls zusammenpassen. Der Hinweis auf einen Standard im Produktblatt beantwortet deshalb noch nicht jede Frage zur Zusammenarbeit. Ein deutsches Anwendungsbeispiel ist ISiK der gematik. Hier werden FHIR-Ressourcen und Schnittstellenanforderungen für Krankenhaussysteme konkretisiert.

Die Bedeutung in der empfangenden Anwendung erhalten

Für Pflegefachpersonen ist insbesondere wichtig, ob die übermittelte Information zur richtigen Person gehört, verständlich angezeigt wird und in den Arbeitsablauf eingeordnet werden kann. Sie müssen dafür nicht den technischen Aufbau jeder Nachricht kennen. Ihre Erfahrung hilft vielmehr zu beurteilen, ob aus der Darstellung eine andere Aussage entstehen könnte als ursprünglich gemeint.

Ein fiktives Beispiel: Eine Beobachtung wird mit dem Zeitpunkt ihrer Erhebung versandt. Das empfangende Programm zeigt jedoch vor allem den Zeitpunkt des Imports an. Obwohl die Übertragung technisch erfolgreich war, könnte der Eindruck einer aktuellen Beobachtung entstehen. Gerade bei Veränderungen des Gesundheitszustands wäre dieser verlorene zeitliche Zusammenhang bedeutsam.

Berichtigungen und fehlende Angaben ausdrücklich testen

Eine Einführung sollte deshalb konkrete Versorgungssituationen berücksichtigen. Ein erfundener Datensatz kann zunächst einen Befund mit Zeitpunkt und Einheit enthalten. Anschließend wird eine Angabe in der Ausgangsanwendung berichtigt. Gemeinsam wird nun geprüft, ob die Korrektur beim Empfänger erkennbar wird, eine veraltete Darstellung bestehen bleibt oder beide Angaben ohne verständlichen Bezug erscheinen.

Die erwartete Darstellung wird vor dem Test mit den zuständigen Fach- und Technikverantwortlichen vereinbart. Der Standardname allein legt nicht fest, wie eine konkrete Anwendung Änderungen für ihre Nutzer sichtbar macht. Ebenso ist zu prüfen, wie fehlende Angaben dargestellt werden. Ein nicht vorhandener Wert darf nicht wie eine tatsächlich erhobene Null erscheinen.

Die Pflegeperspektive in die Einführung einbeziehen

Für die Auswertung ist eine praktische Frage hilfreich: Könnte eine Kollegin aus der Anzeige eine andere klinische Information herauslesen als diejenige, die übermittelt werden sollte? Diese Frage richtet den Blick auf die benötigte Bedeutung und ergänzt die technische Prüfung. Eine allgemeine Meldung „Schnittstelle funktioniert“ beantwortet sie noch nicht.

FHIR bildet somit eine wichtige Grundlage für den Datenaustausch, garantiert aber nicht von selbst vollständige oder aktuelle Informationen. Fachpersonen müssen prüfen können, ob die benötigten Angaben erhalten bleiben und im täglichen Gebrauch richtig verstanden werden. Auf diese Weise trägt pflegerische Erfahrung dazu bei, dass technisch verfügbare Daten auch zu verlässlich nutzbaren Informationen werden.

Quellen dieses Beitrags
  1. HL7 beschreibt FHIR (Recherchestand: 25.09.2026)
  2. ISiK der gematik (Recherchestand: 25.09.2026)