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Pflegeanleitung

Händehygiene anleiten: Den richtigen Moment im Arbeitsablauf erkennen

Eine praktische Anleitung für Händehygiene: Indikationen erkennen, Technik üben und den Einsatz von Handschuhen richtig einordnen.

Alina Sommerfeld

Mit KI erstellt · Über die Redaktion

Ein gut erreichbarer Spender ist eine wichtige Voraussetzung für die Händehygiene. Damit diese im Pflegealltag verlässlich erfolgt, muss die Pflegekraft jedoch auch erkennen, wann sie im jeweiligen Ablauf erforderlich ist. Eine Anleitung sollte deshalb die Durchführung mit einer konkreten Versorgungssituation verbinden. Das bloße Vorhandensein des Materials oder die Kenntnis einer Merkliste gewährleistet noch keine sichere Anwendung.

Die Anlässe im Arbeitsablauf erkennen

Die WHO-Broschüre zur Händehygiene beschreibt fünf zentrale Anlässe: vor dem Kontakt mit einem Patienten, vor sauberen beziehungsweise aseptischen Tätigkeiten, nach möglichem Kontakt mit Körperflüssigkeiten, nach Patientenkontakt und nach Kontakt mit der unmittelbaren Patientenumgebung. Die Bedeutung dieser Momente wird verständlicher, wenn sie an einem tatsächlichen oder beispielhaften Pflegeablauf erläutert wird.

Im Rahmen einer Übung kann die anleitende Person einen überschaubaren Ablauf schildern und bei jedem Kontaktwechsel innehalten. Die lernende Person erklärt anschließend, welcher Anlass vorliegt. Dadurch wird erkennbar, ob sie die Situation einordnen kann und nicht lediglich die Reihenfolge der Begriffe auswendig kennt.

Die Durchführung am verwendeten Produkt zeigen

Danach wird die Händedesinfektion entsprechend dem örtlichen Hygieneplan und den Produktangaben demonstriert. Die vorgesehenen Bereiche der Hände müssen vollständig benetzt werden. Die erforderliche Einwirkzeit darf nicht durch vorzeitiges Abwischen verkürzt werden. Die WHO beschreibt die alkoholische Händedesinfektion für die meisten üblichen Versorgungssituationen und das Händewaschen bei sichtbarer Verschmutzung. Bei besonderen Erregern oder Situationen sind die jeweils geltenden Vorgaben zu beachten.

Die Demonstration sollte so erfolgen, dass auch Fingerzwischenräume, Daumen und Fingerspitzen sichtbar einbezogen werden. Anschließend führt die lernende Person die Handlung selbst durch. Eine hilfreiche Rückmeldung benennt konkret, welcher Bereich ausgelassen oder an welcher Stelle zu früh beendet wurde.

Erkennen, Durchführung und Organisation getrennt betrachten

Ein erfundenes Übungsbeispiel kann darin bestehen, zunächst den Nachttisch zu richten und danach einen Pflegebedürftigen beim Aufstehen zu unterstützen. Gemeinsam wird besprochen, welche Flächen zur unmittelbaren Patientenumgebung gehören und wann der nächste Patientenkontakt beginnt. Anschließend lässt sich eine saubere beziehungsweise aseptische Tätigkeit in den Ablauf einfügen. Entscheidend ist, die jeweiligen Anlässe auch dann zu erkennen, wenn kein Schmutz sichtbar ist.

Bei der Auswertung können drei Fragen getrennt betrachtet werden: Wurde der Anlass erkannt, wurde die vorgesehene Händehygiene durchgeführt und standen die benötigten Mittel zur Verfügung? Ein Wissensproblem erfordert eine andere Unterstützung als ein leerer Spender oder ungünstig angeordnetes Material. Der ausgelassene Schritt sollte deshalb nicht zu einer pauschalen Bewertung der gesamten Person führen.

Beim nächsten gemeinsamen Durchgang wird der zuvor schwierige Übergang erneut beobachtet. Eine unterschriebene Schulungsliste belegt die Teilnahme. Ob die Entscheidung im Arbeitsablauf gelingt, zeigt dagegen die praktische Überprüfung.

Handschuhe in die Anleitung einbeziehen

Handschuhe ersetzen die Händehygiene nicht und verändern ihre Indikationen nicht. Die WHO-FAQ zum Welttag der Händehygiene 2025 warnt zudem vor unnötigem Tragen sowie vor Wiederverwendung beziehungsweise Aufbereitung zur erneuten Nutzung.

Eine weitere Übung kann daher einen erforderlichen Handschuheinsatz enthalten. Dabei werden auch das Ende der Tätigkeit und der anschließende Kontaktwechsel besprochen. Vor dem Berühren weiterer Gegenstände ist zu prüfen, ob die Handschuhe abgelegt oder gewechselt werden müssen. Das Lernziel ist erreicht, wenn die Person die Indikation erläutern, die Durchführung zeigen und die örtlichen Regeln für besondere Situationen auffinden kann. Zugleich müssen die dafür benötigten Mittel am tatsächlichen Arbeitsplatz erreichbar sein.

Quellen dieses Beitrags
  1. WHO-Broschüre zur Händehygiene (Recherchestand: 25.09.2026)
  2. WHO-FAQ zum Welttag der Händehygiene 2025 (Recherchestand: 25.09.2026)