Druckschäden durch Masken und Schläuche: Kleine Kontaktstellen gezielt beachten
Medizinische Hilfsmittel können Druckschäden verursachen. Wie Passform, Hautkontrolle und sichere Zuständigkeiten zusammengehören.

Auch ein Pflegebedürftiger, der sich im Bett selbst bewegen kann, kann an einzelnen Kontaktstellen einen Druckschaden entwickeln. Medizinische Masken, Schläuche und Fixierungen erzeugen Belastungen, die in der Prävention ausdrücklich berücksichtigt werden müssen. Eine Beurteilung, die sich auf die üblichen knöchernen Druckpunkte beschränkt, erfasst diese Gefährdung deshalb nicht vollständig.
Passform, Hautschutz und notwendige Funktion verbinden
Das Kapitel zu produktbedingten Druckschäden der internationalen Leitlinie empfiehlt, medizinische Produkte nach geeigneter Form, Größe, Material und sicherer Befestigung auszuwählen. Die Haut und das Gewebe unter sowie neben dem Produkt sollen regelmäßig beurteilt werden. Insbesondere Schwellungen oder andere körperliche Veränderungen können dazu führen, dass die ursprüngliche Passform nicht mehr angemessen ist.
Eine Entfernung oder Lockerung zur Kontrolle darf dabei weder die erforderliche Behandlung noch die Gerätefunktion gefährden. Auch die Prüfung, ob ein Produkt weiterhin benötigt wird, und geeignete Möglichkeiten zur Druckverminderung gehören zur Prävention. Diese Entscheidungen müssen zur klinischen Situation und zu den Herstellerangaben passen. Der Wunsch nach Hautschutz rechtfertigt daher keine beliebige improvisierte Veränderung.
Zuständigkeiten an jeder Kontaktstelle klären
Im Rahmen der Organisation kann eine Bestandsaufnahme der verwendeten Produkte hilfreich sein. Dabei wird geklärt, welche Berufsgruppe ein Produkt anlegt, wer die Kontaktstellen kontrolliert und wer eine erforderliche Anpassung vornehmen darf. Bleiben diese Aufgaben unklar, können sie zwischen den Beteiligten verloren gehen.
Ein fiktives Beispiel: Ein spezialisiertes Team passt eine Maske an, während ein anderes Team die tägliche Betreuung übernimmt. Beide Seiten gehen davon aus, dass die jeweils andere die Hautkontrolle organisiert. Obwohl das Produkt fachgerecht angelegt wurde, bleibt die weitere Beurteilung dadurch aus. Entscheidend ist deshalb die ausdrückliche Übernahme der Aufgabe.
Bei einem Produktwechsel die weitere Kontrolle neu abstimmen
Wird ein anderes Modell verwendet, sollte nicht ungeprüft angenommen werden, dass sämtliche bisherigen Handgriffe und Zuständigkeiten weiterhin passen. Zu betrachten sind die konkrete Anwendung, die Kontaktstellen und die Möglichkeit einer Kontrolle unter Erhalt der notwendigen Funktion.
Eine kurze Übergabe kann das Produkt, das zuständige Team und beobachtete Auffälligkeiten gemeinsam benennen. Meldet der Pflegebedürftige ein Druckgefühl, sollte er verständlich erfahren, wer dies auf welche Weise überprüft. Er darf nicht darauf angewiesen sein, eine erforderliche Fixierung selbst zu verändern, damit seine Beschwerden beachtet werden.
Insbesondere an Übergängen zwischen Teams muss daher feststehen, wer die Haut im weiteren Verlauf beurteilt und wer bei einer notwendigen Anpassung hinzugezogen wird. Eine korrekte Ausgangssituation ersetzt die Kontrolle bei späteren Veränderungen nicht.
Beschwerden und Beobachtungen genau beschreiben
Betroffene sollten wissen, wie sie Schmerzen oder ein Druckgefühl mitteilen können. Der NHS-Fachdienst in Leeds empfiehlt ebenfalls, schlecht sitzende oder schmerzhafte medizinische Hilfsmittel umgehend anzusprechen. Bei Menschen, die Beschwerden nicht zuverlässig wahrnehmen oder äußern können, verlangt die Leitlinie besondere Aufmerksamkeit und eine regelmäßige Beurteilung.
Für die Weitergabe sind das konkrete Produkt, die betroffene Kontaktstelle, die beobachtete Veränderung und ihr zeitlicher Verlauf hilfreich. Die allgemeine Aussage „verträgt die Maske nicht“ kann dagegen verschiedene Probleme meinen und reicht für eine gezielte Klärung häufig nicht aus.
Die Prävention beginnt somit bereits bei Auswahl und Anwendung und setzt sich in der Kontrolle fort. Hautschutz und notwendige Behandlung müssen gemeinsam geplant werden. Eine problematische Kontaktstelle darf ebenso wenig übersehen werden, wie eine erforderliche Versorgung ohne fachliche Abstimmung verändert werden darf.
Quellen dieses Beitrags
- Kapitel zu produktbedingten Druckschäden (Recherchestand: 25.09.2026)
- NHS-Fachdienst in Leeds (Recherchestand: 25.09.2026)