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Dekubitus

Unterlagen im Pflegebett: Falten und Materialschichten kritisch prüfen

Im Pflegebett liegen manchmal mehrere Unterlagen übereinander: ein Laken, eine Schutzauflage und zusätzlich gefaltete Tücher. Jede Schicht scheint zunächst einen praktischen Zweck zu erfüllen. Zusammengenommen können die Materialien jedoch die vorgesehene Funktion der Matratze beeinflussen. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick unter die Bettdecke und auf den tatsächlichen Bedarf.

Die Matratze als Gesamtsystem betrachten

Die internationale Dekubitusleitlinie behandelt geeignete Liegeflächen und ihre Anwendung. Sie weist darauf hin, dass Wäsche und Hilfsmittel zwischen Körper und Liegefläche deren Funktion nicht beeinträchtigen sollen. Mehrere Wäscheschichten sind zu vermeiden; das Laken soll ohne Falten aufliegen. Entscheidend bleibt die bestimmungsgemäße Verwendung des jeweiligen Systems.

Eine druckverteilende Matratze kann ihre Eigenschaften nicht unabhängig von allem entfalten, was auf ihr liegt. Deshalb werden Herstellerangaben zu Bezügen und zusätzlichen Materialien berücksichtigt. Die Annahme, eine weitere weiche Unterlage könne grundsätzlich nur helfen, ist für eine fachliche Entscheidung zu ungenau.

Bei der Auswahl muss zugleich der individuelle Bedarf beachtet werden. Inkontinenzversorgung, Komfort und Hautschutz sind berechtigte Anliegen. Sie werden jedoch nicht durch immer mehr Materialschichten gelöst. Stattdessen wird geprüft, welches geeignete Produkt in welcher Kombination tatsächlich gebraucht wird und wie es korrekt verwendet wird.

Ursachen zusätzlicher Unterlagen verstehen

Manchmal entstehen Materialschichten aus alltäglichen Schwierigkeiten. Eine Auflage verrutscht, Flüssigkeit tritt wiederholt aus oder ein Wechsel erscheint umständlich. Wer nur überschüssige Tücher entfernt, ohne den Anlass zu klären, wird die gleiche Situation möglicherweise am nächsten Tag wiederfinden. Die Lösung muss deshalb auch praktisch funktionieren.

Die ZQP-Informationen zur Dekubitusvorbeugung verdeutlichen, dass Schutz vor Druckschäden mehrere Maßnahmen umfasst. Bewegungsunterstützung, geeignete Hilfsmittel und Hautbeobachtung müssen zusammenpassen. Die Kontrolle der Bettwäsche ist ein Baustein innerhalb dieser Planung und ersetzt keine individuell notwendige Druckentlastung.

Ein fiktives Beispiel: Unter einem Bewohner liegen zwei gefaltete Handtücher, weil eine Schutzauflage gelegentlich feucht wird. Das Team prüft Passform, Wechselablauf und Materialauswahl. Anschließend wird eine geeignete Lösung vereinbart. So wird die Ursache bearbeitet, statt die zusätzliche Schichtung stillschweigend zur dauerhaften Gewohnheit werden zu lassen.

Auch Transferhilfen werden nach ihrem vorgesehenen Gebrauch beurteilt. Manche Materialien dürfen im Bett verbleiben, andere nicht. Das lässt sich nicht allein an Aussehen oder Weichheit erkennen. Vor einer dauerhaften Verwendung werden Produktinformation und fachliche Planung geprüft; unklare Kombinationen werden mit geeigneten Fachpersonen besprochen.

Nach der Versorgung kontrollieren

Nach einem Wäschewechsel oder einer Positionsveränderung wird geprüft, ob das Material glatt und passend liegt. Falten oder aufgerollte Kanten können durch Bewegungen neu entstehen. Gleichzeitig wird die Person gefragt, ob sie etwas als störend empfindet. Eine Rückmeldung über Druck oder Unbehagen verdient Aufmerksamkeit, auch wenn äußerlich zunächst wenig auffällt.

Relevante Hautveränderungen werden fachlich beurteilt und weitergegeben. Dabei wird nicht automatisch jede Auffälligkeit einer bestimmten Unterlage zugeschrieben. Lage, Belastung, Feuchtigkeit und weitere mögliche Ursachen gehören in die Einschätzung. Die vereinbarten Maßnahmen werden anschließend überprüft.

Eine kurze gemeinsame Kontrolle beim Dienstwechsel kann helfen, schleichende Abweichungen vom vereinbarten Aufbau frühzeitig wahrzunehmen.

Für das Team hilft eine klare Materialabsprache. Sie beschreibt, welche Produkte vorgesehen sind und weshalb zusätzliche Schichten vermieden werden. So hängt der Aufbau des Bettes nicht von wechselnden Vorlieben ab. Eine übersichtliche Versorgung erleichtert Pflege und unterstützt die beabsichtigte Wirkung der ausgewählten Liegefläche.

Quellen dieses Beitrags
  1. internationale Dekubitusleitlinie behandelt geeignete Liegeflächen und ihre Anwendung (Recherchestand: 02.10.2026)
  2. ZQP-Informationen zur Dekubitusvorbeugung (Recherchestand: 02.10.2026)